160.000 Opfer häuslicher Lockdown-Gewalt

Die Zahl der Opfer von häuslicher Gewalt (ohne Kinder) ist im Lockdown-Knast Deutschland deutlich gestiegen. Wie eine Umfrage der »Welt am Sonntag« bei Innenministerien und Landeskriminalämtern ergab, wurden 2020 rund 160.000 solcher Fälle polizeilich registriert. Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Zwei Drittel der erfassten Opfer sind Frauen. Das Dunkelfeld ist nach Ansicht von Kriminalexperten um ein Vielfaches größer, weil die meisten Opfer sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, vermutet denn auch: »Der Anstieg um sechs Prozent deutet darauf hin, dass die tatsächlichen Fälle überproportional zugenommen haben.«

Den stärksten Zuwachs verzeichnet nach den jetzt bekannt gewordenen Zahlen – wie gesagt nur die Spitze eines Eisberges – Brandenburg mit einem Plus von 23,7 Prozent (5.073 Opfer). Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern (plus 16,4 Prozent, 1.523 Opfer), Bremen/Bremerhaven (plus 13,8 Prozent, 2.767 Opfer) und Thüringen (plus 12,6 Prozent, 2.602 Opfer). Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen haben die Zahlen überdurchschnittlich zugenommen (plus 7,9 Prozent, 32.705 Opfer).

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