Klartext des Chefredakteurs: Die klebrigen Finger der Masken-Mafiosi

die Allgäuer kennen Georg Nüßlein schon länger. Der CSU-Bundestagsabgeordnete für Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu haut in Bayerisch-Schwaben gern auf den Putz, wie man es von einem typischen, schwarzen Feudalherren halt so erwartet. Seit letzter Woche kennt auch der Rest der Republik den Namen Nüßlein: Razzia in den Büros und Immobilien des stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden, der Vorwurf: Nüßlein soll für dubiose Masken-Deals mit der Bundesregierung eine fette Provision von 650.000 Euro über seine Beratungsfirma »Tectum« – lateinisch für »Dach« – kassiert haben.

Was seither noch alles bekannt geworden ist, liest sich wie das Drehbuch für einen drittklassigen Provinz-Mafiafilm. CSU-Bonze Nüßlein war offenbar nicht der Einzige, der unter dem Dach von Amt und Namen seine klebrigen Finger in den Steuergeldstrom gehalten hat, den die Bundesregierung mit ihren hektischen Maskenkaufaktionen im Frühjahr 2020 ausgegossen hat. Ganz vorn dabei: Strauß-Tochter Monika Hohlmeier und Andrea Tandler, Spross von Straußens einstigem Innenminister Gerold Tandler. Die beiden haben laut Medien-Recherchen dem Spahn-Ministerium und Söders Gesundheitsministerin Melanie Huml den Kauf von völlig überteuerten Masken eines dubiosen Schweizer Lieferanten angedient. Wie es aussieht, mit Erfolg.

Dass Monika Hohlmeier vor allem mit Affären und Skandalen Schlagzeilen macht, daran hat man sich ja gewöhnt – FJS kann sich wieder mal im Grabe rumdrehen. Mangels eigener Qualifikation hat die Strauß-Tochter bekanntlich mit dem Namen des Vaters eine Polit-Karriere gemacht, die sie bis zum Vorsitz des Haushaltskontrollausschusses im Europaparlament geführt hat. Vor dem Hintergrund der Masken-Mauscheleien klingt das erst recht wie ein schlechter Witz.

Der Fall Nüßlein und das CSU-»Masken-Gate« aber hat das Zeug, der chaotischen Corona-Politik der Bundesregierung auch noch den letzten Rest Glaubwürdigkeit zu nehmen. Was sollen die Bürger davon halten, wenn ein Georg Nüßlein sie immer wieder mit markigen Worten zum Maskentragen verdonnert hat und am Ende herauskommt, dass er sich selbst offenbar an Geschäften mit der Maskerade tüchtig bereichert hat? Richtig: dass sie nach Strich und Faden für dumm verkauft worden sind. Genauso wie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der hatte eines schönen Tages im Oktober morgens noch die Bürger zum Verzicht auf »Geselligkeit« ermahnt, um abends dann mit einer illustren Runde von Gönnern gesellig zu tafeln. Ohne »Maske« und »Abstand«, versteht sich – solche Dressurübungen sind schließlich nur was für den gewöhnlichen Pöbel und nicht für potenzielle Spender, die gehalten waren, als Dankeschön für den lauschigen Minister-Termin kräftig für dessen Bundestagswahlkampf zu spenden. Aber bitte genau 9.999 Euro, denn ab 10.000 Euro müssen Spender namentlich veröffentlicht werden, und wir wollen schließlich nicht, dass was rauskommt, oder?

So sieht also Merkels neues Corona-Deutschland aus: Das gemeine Volk wird von dienstgeilen Sheriffs geschurigelt und mit Streifenwagen durch den Park gejagt, wenn es nicht brav beim Masken-Karneval mitmacht, während die Polit-Gouvernanten es sich gut gehen lassen und Söders Amigos sich die Taschen füllen. Mal sehen, was noch alles herauskommt. Auch der Name von CSU-Innenstaatssekretär Stephan Mayer fällt schon im Zusammenhang mit »Masken-Gate«.
Hat übrigens der Ex-Pharma-Lobbyist, frischgebackene Villenbesitzer und Immobilien-Millionär Jens Spahn wirklich nichts mitbekommen von den dubiosen Lobbyisten-Deals in seinem Ministerium? Und was war noch gleich mit dem Sohn des neuen CDU-Chefs Armin Laschet, der seinem Kumpel, dem Textilfabrikanten van Laack, einen – nebenbei sinnlosen – Masken-Auftrag der NRW-Landesregierung vermittelt hat? Eigene Bereicherung konnte ihm zwar nicht nachgewiesen werden. Wer’s glaubt …

Was immer da noch ans Tageslicht kommen mag, eines steht wohl jetzt schon fest: Der ganze Corona-Zirkus mit Lockdown und Maskenzwang hat den Bürgern unterm Strich nichts gebracht als Leid, Verdruss, persönliche und materielle Einbußen und ruinierte Existenzen, während einige wenige sich munter Extrawürste gebraten und ordentlich abkassiert haben. Schluss damit, je eher, desto besser. Grundrechte sind für alle da und nicht nur für ein paar Krisen-Profiteure.

 

 

 

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