Inzidenz-Irrsinn: Ein kurzer Lockdown bis in alle Ewigkeit! | Hansjörg Müller

Seit Monaten werden unsere Wirtschaft und unsere Grundrechte ohne Not mit den Füßen getreten. Die Verluste durch den Dauer-Lockdown werden in Teilen durch Staatsgelder aufgefangen. Finanziert wird dies über neue Schulden und durch Gelddrucken der EZB – mit den damit einhergehenden Inflationsgefahren. So oder so werden wir also dafür zahlen müssen, durch Steuern und Kaufkraft- bzw. Vermögensverlust. Und natürlich auch über höhere Krankenkassenbeiträge für den Test- und Impfwahnsinn.

Worauf stützt sich argumentativ dieser ganze Wahnsinn? Auf Inzidenzen! Was ist das? Es ist das Positiv-Ergebnis eines PCR-Tests. Es bedeutet, dass die getestete Person Bruchstücke des Covid-19-Virus (oder eines ähnlichen) in sich tragen könnte. Er sagt nichts darüber aus, ob eine Person gerade infiziert oder gar infektiös ist, also krank.

Jeder Test, auch der PCR-Test, hat auch so etwas wie Fehlerwahrscheinlichkeit. Wenn Sie also eine Fehlerwahrscheinlichkeit von 2% haben, wie dies beim PCR-Test der Fall ist, dann gelten diese auch für alle Tests mit Menschen, die gar nicht das Virus in sich tragen, aber fehlerhaft positiv getestet wurden. Ich lasse hier einmal außen vor, dass die Zyklen-Anzahl des Tests auch viel zu hoch nach internationalen Standards ist, weswegen der Test nach den selbst von der WHO definierten Standards unbrauchbare Ergebnisse liefert.

Testen Sie wie im Dezember beispielsweise 1.500.000 Menschen pro Woche, die gar keine Covid-19-Virusbruchstücke in sich tragen, dann produzieren Sie 30.000 falsche Positivergebnisse (0,02 x 1.500.000). Und was heißt das? Nun ja, mit 30.000 geteilt durch 82 Millionen Bürgern mal 100.000 kommen sie so schon durch diese »False Positives« auf eine Inzidenz von über 36,5. Der oft zitierte Schwellenwert von 35 oder 50 für Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen ist also entweder sagenhaft dämlich oder böswillig. Er ist schon in Hinblick auf die Anzahl der Tests und die Wahrscheinlichkeit für Falsch-Positiv-Ergebnisse viel zu niedrig gesetzt.

Stellen Sie sich einfach vor, der PCR-Test ist bei einer gesunden und nicht viral belasteten Person wie würfeln. Natürlich erhalten Sie also mehr »6er« als Würfelergebnis, umso öfter Sie insgesamt würfeln. Genau darauf wies Gesundheitsminister Spahn ja selbst öffentlich im Frühling 2020 hin, als er vor zu vielem Testen warnte. Man ist sich des Umstandes also in der Regierung sehr wohl bewusst. Setzen Sie nun als Regierung auch noch einen Schwellenwert sowie eine dazu passende Häufigkeit des Würfelns fest, können Sie sichergehen, dass dieser Wert oft – oder nach Bedarf, durch Ausweiten des Testens – überschritten wird. Und jedes Überschreiten erlaubt Ihnen als Regierung beinahe wahllos die Grundrechte zu beschneiden. Natürlich ist bei einem Würfel die Chance, eine »6« zu würfeln höher als 2%, aber das Prinzip ist analog. Sie können daher nachvollziehen, warum der scharfsinnige englische Premierminister Benjamin Disraeli einmal treffend sagte: »Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, infame Lügen und Statistiken.« Ein gewisses statistisches Grundverständnis ist daher für jeden Bürger gut, denn dann fällt er seltener auf plumpe Augenwischerei herein.

Und was soll dieser merkwürdige Inzidenzwert von 50? Er ist schon nach EU-Regeln tief, denn die EU definiert eine seltene Krankheit als etwas, was 5 Personen von 10.000 haben. Das entspricht nach Adam Riese im Verhältnis den Werten 50 zu 100.000, also einer Inzidenz von 50. Wir befinden uns also auf dem Niveau einer »seltenen Krankheit« und nennen es gleichzeitig »Pandemie«? Die Sache stinkt an allen Ecken. Im Moment wird nicht einmal mehr dieser Wert von 50 erreicht. Die Anzahl des Testens sank seit Januar auch auf ca. 1.000.000 pro Woche. Ein Schelm, der hier erneut einen Zusammenhang sieht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – natürlich erfasst der Test auch wirklich Infizierte, aber der obige statistische Zusammenhang lässt sich nicht wegdiskutieren. Gäbe es COVID nicht, hätten wir schon positive Inzidenzen durch diesen Test, alleine wegen dessen Falsch-Positiva.

Trotz der evidenten Gefahr und berechenbaren Mengen von falsch-positiven Testergebnissen, werden immer tiefere Werte von vermutlich bezahlten »Experten« gefordert. Es ist entweder organisierter Unsinn oder Böswilligkeit, denn einen Wert von 35 kann man eben noch leichter überschreiten, alleine durch das Ausweiten des Testens auf ca. 1.500.000 Millionen pro Woche – völlig egal, ob irgendeiner von den Getesteten Virus-Bruchstücke in sich trug. Mit solchen Schwellenwerten geben Sie der Regierung nur einen Blanko-Scheck nach Gutdünken Lockdowns zu verordnen. Bei der Debatte zur Grundrechtssuspension im November 2020 im Bundestag wurde unsere Kritik, dass Inzidenzen ein schlechter Gradmesser für weitreichende Einschränkungen seien, auch von Regierung und Regierungsfraktionen abwiegelnd begegnet: »Diese seien ja keineswegs alleine ausschlaggebend.« Jetzt wissen wir, dass sie es leider sind, und dass wir und der Bürger wieder einmal im Bundestag belogen wurden!

Die wissenschaftliche Grundlage des PCR-Tests wurde übrigens in einem Papier von Corman, Drosten und anderen im Januar 2020 erstellt. Dieses wissenschaftliche Papier wurde am 21.01.2020 beim Journal ›Eurosurveillance‹ eingereicht und bereits zwei Tage später veröffentlicht. Eine absurd niedrige Zeitspanne in Hinblick auf normale Überprüfungen bei wissenschaftlichen Papieren (»Peer Review«). Es half sicherlich, dass Corman, Drosten und ein weiterer Autor des Papiers auch die Herausgeber von ›Eurosurveillance‹ sind. Ende 2020 nahm sich dann eine internationale Gruppe von renommierten und unabhängigen(!) Wissenschaftlern dieses Corman-Drosten-Papiers an, auf dem eben viele der weltweiten PCR-Tests fußen. Dies wurde mittels eines sogenanntes »External Peer Reviews« gemacht. Sie stellten zahllose Ungereimtheiten und methodologische Fehler im Papier von Corman, Drosten et al. fest. Sie forderten konsequent das, was in einem solchen Falle in der Wissenschaft üblich ist, nämlich, dass die Autoren ihr Papier aus dem Januar 2020 zurückziehen und gegebenenfalls überarbeiten. Natürlich passierte dies nicht. Die Zusammenfassung der Kritikpunkte des »External Peer Reviews« finden sich hier: Review report Corman-Drosten et al. Eurosurveillance 2020 – CORMAN-DROSTEN REVIEW REPORT.

Die ganze statistische Augenwischerei und Panikmache ist allerdings noch viel breiter als der PCR-Test. So präsentiert uns das RKI gerne die »täglich übermittelten Sterbezahlen«. Dem Bürger wird durch die Wortwahl suggeriert, dass dies die heute an (oder besser: »mit«) COVID-Verstorbenen seien. Oft ist dies aber der aufaddierte Wert über einen längeren Zeitraum, der an diesem Tage erneut aktualisiert wurde. Der letztgenannte Umstand wird benutzt, um es als »täglich übermittelt« mit absichtlicher Irreführung durch verklärte Wortwahl zu präsentieren. Ebenso wird über Grafiken Panik gemacht. So wird dem Bürger gerne eine Übersicht seit März 2020 gezeigt, mit der Summe an »Fällen« (also positiv getesteten) und »Toten«. Durch die Summierung steigt und steigt diese Kurve optisch. Das kann sie auch nur oder eben gleichbleiben. Sinken kann sie definitionsgemäß nicht. Es ist grafische Irreführung. Andere Grafiken werden mittlerweile unterlassen, da diese wohl zu wenig »Panik-Nutzen« haben und nur anzeigen, dass wir uns im tiefsten Normal-Deutschland befinden.

Ein Klassiker ist mittlerweile auch: »Überlastung der Krankenhäuser verhindern«. Es gab keine signifikante Abweichung von der Norm von Wintermonaten. Die oft dargestellte Auslastung der Intensivstationen listet nicht, dass nur ein kleiner Teil der Belegung COVID-Patienten sind – und diese haben oft auch COVID und nicht nur COVID. Selbige Irreführung kennen wir von den Mortalitätsraten. Mittlerweile wurde durch Massenobduktionen in Hamburg festgestellt, dass nur ca. ein Prozent der Corona-Toten an COVID starben. Rechnen Sie selbst, was ca. 1 Prozent von 69.000 Corona-Toten seit März 2020 sind. Verstehen Sie mich bitte nicht als pietätlos, doch ich lehne es ab, dass Bürger in Panik versetzt werden oder an der Nase herumgeführt werden.

Wenn unsere Krankenhäuser einmal überlastet waren, dann im Winter 2017/18 als eine große Grippewelle mit etwa 25.000 Toten über uns hereinbrach. Dafür interessierte sich aber die Politik nicht. Apropos Influenza/Grippe: Diese ist scheinbar seit April 2020 in Deutschland komplett ausgemerzt (WHO-GISRS). Diese gibt es nicht mehr. Da Grippetote oft über die saisonalen Übersterblichkeiten berechnet werden und aktuell jeder Tote von der Politik und ihren Handlangern für die Corona-Panik missbraucht wird, bleibt für die Influenza nichts mehr übrig. Hat COVID-19 die Grippe besiegt oder werden die Grippe-Toten einfach als Corona-Tote gezählt?

Man könnte die Summe an Augenwischereien, Tricksereien und Lügen hier noch beliebig fortführen. Sie erfüllen nahezu alle den Zweck, der im berüchtigten internen BMI-Papier aus dem März 2020 gefordert wurde: maximale Panik schüren. Leider hat dies zum Teil Erfolg. Ergänzt wird diese psychologische Kriegsführung gegen das eigene Volk um den Effekt der »kognitiven Dissonanz«. Einfach erklärt bedeutet es für diese Situation, dass sich Menschen ungern eingestehen, etwas Unsinniges zu tun. Wenn man sich also über Monate an das Maskentragen brav hält und alles glaubte, was die Regierung sagte, verschanzen sich Menschen in dieser Haltung ideologisch, da sie sich ansonsten eingestehen müssten, veräppelt worden zu sein. Das tut niemand gerne.

Warum das dann alles, fragen Sie zu Recht. Warum werden Wirtschaft und Bürger beinahe buchstäblich erstickt. Als Politiker bin ich schon aus Vorsichtsgründen gezwungen, mir zu möglichen anderen Motiven Gedanken zu machen. Diese erspare ich Ihnen aber hier. Nur eines kann ich Ihnen nahezu mit Gewissheit sagen: Mit einem Virus hat das Motiv der Top-Politiker wenig zu tun und die niederen Ränge der Politik folgen Befehlen in der Parteihierarchie, wenn sie aufsteigen möchten. Das Virus selbst ist allerdings eine nahezu perfekte Tarnung und der Sündenbock schlechthin, denn er macht Angst, ist unsichtbar und kann sich nicht rechtfertigen.

 

Dipl.-Volkswirt Hansjörg Müller, Mitglied des Bundestages

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