CDU-Chef stellt Merkel und Söder als Lockdown-Deppen bloß: Was steckt hinter Laschets Kehrtwende?

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Markus Söder stehen in der Union plötzlich wie die letzten Lockdown-Deppen da, die den Schuss noch nicht gehört haben: Der neue CDU-Chef Armin Laschet fordert einen radikalen Kurswechsel in der Corona-Politik. Bevormundungen seien ebenso falsch am Platze wie immer neue Grenzwerte. Was steckt hinter dem Sinneswandel?

Der digitale Neujahrsempfang des baden-württembergischen CDU-Wirtschaftsrates hat es zu bundesweiter Beachtung geschafft – dank des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet.

Dabei ist nur allzu durchsichtig: Laschet, die Inkarnation des Opportunismus schlechthin, hat ein gutes Gespür für die kippende Stimmung in der vom Lockdown-Wahn zermürbten Bevölkerung. Er will sich ganz offensichtlich als Kanzlerkandidat der Union in Stellung bringen – frei nach dem Adenauer’schen Motto: Was interessiert mich mein Corona-Geschwätz von gestern …

Denn: Die Umfragewerte für CDU und CSU fallen dramatisch – und das wenige Wochen vor den wichtigen Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Parallel zur drastisch sinkenden Zustimmung zum Lockdown-Irrsinn geht auch der demoskopische Höhenflug der Union abrupt zu Ende. Laut »Insa« kommen CDU und CSU aktuell nur noch auf 33,5 Prozent. Was für ein Absturz gemessen an Krisen-Rekordwerten von fast 40 Prozent!

»Wir können nicht unser ganzes Leben an Inzidenzwerten abmessen«

Dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) schwimmen die schon sicher geglaubten Kanzlerkandidaten-Felle davon – und das sogar im Freistaat! Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts »Civey« sind nur noch 48 Prozent der Bayern mit ihrem Regenten zufrieden. Auf dem Höhepunkt der Corona-Hysterie waren es einmal 71 Prozent. Mit dem sicheren Instinkt eines politischen Wendehalses hat der neue CDU-Chef die Gunst der Stunde gewittert. Laschet setzt sich ungeniert an die Spitze der unionsinternen Öffnungsbefürworter.

Beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen CDU-Wirtschaftsrats sprach sich Laschet zur kalten Überraschung Merkels und Söders gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie aus. Manche der Anwesenden dachten für einen Moment, sie seien im falschen Film, hätten sich gar zu einer AfD-Veranstaltung verirrt. O-Ton Laschet:

»Die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder, trägt nicht auf Dauer … Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet. Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.«

Die Stuttgarter CDU-Neujahrsgesellschaft traute ihren Ohren nicht: Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen, aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in die Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schäden für ihr ganzes Leben. Man müsse, so der CDU-Chef weiter, all die anderen Schäden für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Welche Taktik verfolgt Laschet?

Laschets Kehrtwende wird in Unionskreisen als Frontalangriff auf den aberwitzigen Corona-Kurs sowohl der Bundeskanzlerin als auch des bayerischen Ministerpräsidenten interpretiert. Doch der Salto rückwärts ist vor allem taktisch begründet: Vor dem Hintergrund der weiterhin offenen K-Frage will sich Laschet nicht für den dramatischen Sinkflug der Union in den Umfragen verantwortlich machen lassen, sondern als »volksnaher« Kanzlerkandidat empfehlen.

Der Bock macht sich selbst zum Gärtner

Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, bringt es auf den Punkt: »Ausgerechnet mit Laschet macht sich jetzt der Bock selbst zum Gärtner und beleidigt damit die Intelligenz von Millionen Bürgern, die längst durchschaut haben, dass er ein Fähnlein im Wind ist, welches mit Hinblick auf die Bundestagswahl opportunistischen Purzelbäumen zuneigt. Statt weiter dem Machterhalt Vorzug zu geben, wird es höchste Zeit, dass endlich jemand Verantwortung für die Corona-Misere übernimmt. Herr Laschet, machen Sie den Anfang!«

Noch eine politische Mutation

Der Totalversager Peter Altmaier (CDU) ist offenbar dabei, vom Merkel-Paladin zum Laschet-Günstling zu mutieren: Auch der Bundeswirtschaftsminister hat einen frühestmöglichen Ausstieg aus dem Lockdown-Irrsinn angemahnt. »Sobald möglich, brauchen wir […] Öffnungen, um zu einer Normalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu kommen. Denn vermutlich müssen wir uns darauf einrichten, noch eine ganze Zeit lang mit Corona zu leben«, sagte Altmaier der Wochenzeitung »Die Zeit«.

Hört, hört! (oys)

Link zum Video:
https://www.gmx.net/magazine/politik/armin-laschet-bricht-merkel-soeder-kurs-35543836

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