Aus dem Alltag eines Abgeordneten 2

Woche eins im neuen Deutschland mit einer starken AfD-Bundestagsfraktion: Auch ›SPIEGEL-TV‹ hat sich für uns Parlamentsneulinge interessiert. Zwei Tage lang war ich fünf bis sechs Stunden mit einem Kamerateam unterwegs. Im Bundestag und im Problemstadtteil Neukölln. Am Ende wurde der Beitrag auf ungefähr fünf Minuten zusammengeschnitten. Die Reporter haben es völlig in der Hand, welche Szenen und Sätze letztlich ausgestrahlt werden. Das muss man wissen. Aber alles in allem kann ich mich nicht beklagen – ich war sogar angenehm überrascht. Das ›SPIEGEL‹-Team war freundlich und wir haben interessante Diskussionen geführt, natürlich ohne Kamera und Ton.
Auch mit zwei Anwohnern in Neukölln kam ich ins Gespräch. Mit einem türkischstämmigen Filialleiter eines Handygeschäftes gab es erstaunlich viel Übereinstimmung. Er war mit seinen Ansichten gar nicht so weit von unserem Parteiprogramm entfernt. Ich vermute, dass das der Grund war, warum dieser Teil der Reportage nicht ausgestrahlt wurde.

Was war in der Fraktion los?

Nun ja, es gab zwei Austritte, die der Mainstream, wie nicht anders zu erwarten, genüsslich ausgeschlachtet hat. Frau Petry und dann noch ein gewisser Mario Mieruch. Ich kannte den Mann gar nicht. Zwei Tage verbrachte ich mit ihm in einem Raum. Er fiel mir nicht weiter auf. Mit seinem Fraktionsaustritt wollte er sich offenbar inszenieren, beim Mainstream anbiedern. Er wird sehr schnell, nachdem die linken Medien ihren Spaß an ihm hatten, als fraktionsloser Hinterbänkler in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Ein großes Gesprächsthema unter uns AfD-Abgeordneten war natürlich die leidenschaftliche Rede, die Beatrix von Storch am Tag der Deutschen Einheit auf dem ersten Deutschland-Treffen der »Alternativen Mitte« im oberfränkischen Tettau hielt.
Mich jedenfalls hat diese Rede sehr beeindruckt. Frau von Storch hat völlig recht: Es gibt nur eine AfD, und es gibt nur diese eine Chance, wenn wir in Deutschland wirklich etwas verändern wollen. Wir dürfen das Vertrauen unserer Wähler nicht verspielen.
Übrigens: Die neue AfD-Fraktion sucht Mitarbeitende im Intranet des Bundestages. Zugang haben Mitarbeitende aller Fraktionen und Abgeordneten sowie die Angestellten und Beamten der Verwaltung. Wer sich bei uns bewerben will, kann dies auch direkt schriftlich bei der Fraktion tun.
Das nächste Mal werde ich Ihnen von den organisatorischen Details berichten, die es hier in Berlin nach und nach zu erledigen gilt.


Jan Nolte

(28) ist Landesvorsitzender der Jungen Alternative (JA) Hessen und  Mitglied des Deutschen Bundestages.